ETH Zürich und das SETI-Institut suchen gemeinsam nach dem Ursprung des Lebens
Das SETI-Institut, das mögliches Leben ausserhalb der Erde erforscht, geht eine strategische Partnerschaft mit der ETH Zürich ein. Die amerikanische Forschungsorganisation unterstützt den Aufbau einer neuen Assistenzprofessur sowie damit verbundene Forschungsaktivitäten in Zürich.
© ETH Foundation / Daniel Winkler
© ETH Foundation / Daniel Winkler
Die Frage, wie Leben entstand und ob es anderswo im Universum existiert, beschäftigt die Menschheit seit Jahrhunderten. Nun wollen das SETI-Institut aus Kalifornien und die ETH Zürich gemeinsam nach Antworten suchen. Die beiden Institutionen haben eine strategische Partnerschaft vereinbart und einen entsprechenden Vertrag unterzeichnet.
Im Zentrum der Zusammenarbeit steht eine neue Assistenzprofessur, die sich «Earth and Planetary Evolution» nennen und im Departement Erd- und Planetenwissenschaften der ETH Zürich angesiedelt werden wird. Die Professur wird eine zentrale Rolle am Centre for Origin and Prevalence of Life (COPL) der ETH Zürich einnehmen.
Wo sonst gibt es noch Leben?
Sowohl das SETI-Institut als auch das COPL erforschen, wie Leben entsteht und wie verbreitet es im Universum sein könnte. Mit der soeben ausgeschriebenen neuen ETH-Professur soll diese Forschung gestärkt und die Zusammenarbeit zwischen sich ergänzenden wissenschaftlichen Disziplinen vertieft werden. Dadurch sollen neue Erkenntnisse über die Entstehung und Entwicklung von Leben gewonnen werden.
Zu den möglichen Themen zählt die Erforschung von Biosignaturen – messbare Hinweise darauf, dass auf einem fernen Planeten biologische Aktivität stattfindet oder stattgefunden hat. Weitere mögliche Forschungsthemen sind lebensfreundliche Bedingungen und Umgebungen, die prinzipiell bewohnbar sind, sowie die gemeinsame Entwicklung von Leben und Umwelt, sowohl auf der Erde als auch auf Planeten ausserhalb unseres Sonnensystems.
Verbindungen über Disziplinen und Kontinente hinweg
Das SETI-Institut übernimmt die Anschubfinanzierung für die Professur in Höhe von insgesamt 8,5 Millionen US-Dollar über einen Zeitraum von zehn Jahren. Mit diesem Geld werden die Aufbauphase der ETH-Professur sowie die damit verbundenen Forschungsaktivitäten unterstützt, darunter die Besetzung einer wissenschaftlichen Stelle und von Postdoktorandenstellen.
«Viele der grossen wissenschaftlichen Fragen lassen sich heute nur gemeinsam beantworten», sagt ETH-Präsident Joël Mesot. «Mit dem SETI-Institut gewinnen wir einen renommierten Partner, der unsere fachlichen Stärken ergänzt und neue Verbindungen über Disziplinen und Kontinente hinweg ermöglicht.»
Für das 2022 gegründete COPL eröffnen sich durch die Zusammenarbeit neue Möglichkeiten, sagt der Leiter des Zentrums Physik-Nobelpreisträger Didier Queloz: «Die Partnerschaft mit dem SETI-Institut bietet eine spannende Gelegenheit, eine starke und dauerhafte Brücke zwischen unseren Einrichtungen zu schlagen. Wir können dabei komplementäres Fachwissen bündeln im gemeinsamen Bestreben, eine der grundlegendsten Fragen der Wissenschaft zu ergründen: Was ist der Ursprung des Lebens im Universum und wie hat es sich verbreitet?»
Erste internationale Forschungspartnerschaft dieser Art
Für das SETI-Institut ist es die erste internationale Forschungspartnerschaft dieser Art. «Die Zusammenarbeit mit der ETH Zürich bedeutet für uns den Beginn eines neuen Kapitels – eines, in dem die Suche nach Leben ausserhalb der Erde als weltweites Unterfangen anerkannt wird», sagt Bill Diamond, Geschäftsführer des SETI-Instituts.
«Indem wir die Forschungskapazitäten an einer der führenden technischen Hochschulen Europas fördern, erweitern wir nicht nur unsere Forschung auf internationaler Ebene, sondern tragen auch dazu bei, ein neues Modell für die internationale wissenschaftliche Zusammenarbeit zu schaffen. Gemeinsam bauen wir nachhaltige wissenschaftliche Kompetenzen auf und eröffnen neue Wege für die Erforschung einer der tiefgreifendsten Fragen der Menschheit», so Diamond.
Auch Mesot betont, wie wichtig internationale Kooperation ist. Die ETH Zürich könne durch die Partnerschaft ihr Netzwerk über Europa hinaus ausbauen und enger mit einer langjährig etablierten Institution zusammenarbeiten. «Wir suchen gezielt nach herausragenden Partnern, und das SETI-Institut ist ein solcher», sagt Mesot. «Wir freuen uns sehr auf die Zusammenarbeit.»
Diamond ergänzt: «Die internationale Zusammenarbeit in der Wissenschaft schafft durch die Zusammenführung unterschiedlicher Sichtweisen starke Synergien, die neue Erkenntnisse beschleunigen und das Verständnis vertiefen können.»