«Zu sehen, wie junge Talente vom Forschungseifer gepackt werden, macht mich stolz auf die ETH.»

27. Oktober 2022

Früher Studentin, heute Dozentin an der ETH Zürich: Im Interview erzählt Dr. Laura Kobel-Keller von ihrer Zeit an der ETH, was Musik und Mathematik verbindet und weshalb sie ihrer Alma Mater etwas zurückgibt.

 

 

ETH Zürich Foundation, «Zu sehen, wie junge Talente vom Forschungseifer gepackt werden, macht mich stolz auf die ETH.»
Dr. Laura Kobel-Keller schloss ihre Studien an der ETH mit einem Doktorat im Jahr 2011 ab. Danach forschte sie an verschiedenen Universitäten, bevor sie 2016 wieder an die ETH zurückkehrte. Heute ist sie ETH-Dozentin für Mathematik.
© ETH Foundation / Hannes Heinzer
Dr. Laura Kobel-Keller schloss ihre Studien an der ETH mit einem Doktorat im Jahr 2011 ab. Danach forschte sie an verschiedenen Universitäten, bevor sie 2016 wieder an die ETH zurückkehrte. Heute ist sie ETH-Dozentin für Mathematik.
© ETH Foundation / Hannes Heinzer

Von der Studentin zur Dozentin: Wie ist es, an der Hochschule zu lehren, wo Sie selbst studiert haben?

LAURA KOBEL-KELLER – Es ist für mich eine sehr grosse Ehre, etwas zurückgeben zu können und Studierende und junge Forschende auf ihrem Weg zu begleiten. Als Studentin war es für mich immer der grösste Wunsch, selbst einmal eine Analysis-Vorlesung halten zu dürfen, und nun gehört genau das zu meinen Aufgaben.

Was ist Ihnen besonders in Erinnerung geblieben, wenn Sie an Ihre Studienzeit zurückdenken?

Die Offenheit, Wissen zu teilen und auch für Fragen von Studierenden am Studienanfang ein offenes Ohr zu haben. Konkret hatte ich im zweiten Semester eine Frage, die über die eigentliche Übungsaufgabe hinausging. Ich habe diese zuerst meinem Assistenten gestellt, ich wollte den Professor damit ja nicht langweilen. Als der Assistent offen sagte, er wisse die Antwort nicht und ich solle mich an den Professor wenden, fühlte ich mich „richtig an der ETH angekommen“ und bestärkt, dass meine Überlegungen das richtige Niveau hatten und ich ernst genommen werde. Daher ermuntere ich auch meine Studierenden immer wieder, sich mit Fragen spontan und ungeniert zu melden. Das gibt den Vorlesungen einen unschätzbaren Mehrwert und zeigt den Studierenden auch, wie wichtig sie sind.

Sie sind Mathematikerin und Musikerin: Wie spielen diese beiden Disziplinen für Sie zusammen?

In beiden Bereichen braucht es Talent, Ausdauer, Wissen und Kreativität, begleitet von unablässiger Neugier und Offenheit für Neues.

Und, so wie der Musiker oder die Musikerin trainieren und üben muss, gehört auch in der Mathematik die Übung dazu. Nach aussen sieht vieles leicht, schön und einfach aus, dahinter steckt aber viel Fleiss und Schweiss.

Was haben Sie an der ETH gelernt, das Sie bis heute begleitet?

Neben dem erworbenen Fachwissen sind es sicher auch die Herangehens- und Denkweise, wie man ein Problem lösen oder zumindest anpacken kann.

Welches ist ihr Lieblingsort an der ETH? Weshalb?

Ein sehr schöner – aber wenig bekannter – Ort ist die Semper-Aula. Sie ist für mich etwas Unerwartetes im Palast der Natur- und exakten Wissenschaften und verkörpert für mich symbolisch, dass es nicht nur Lernen und Wissen, sondern auch Kultur gibt.

Wie und wann haben Sie das erste Mal von der ETH Foundation gehört?

Um ehrlich zu sein, weiss ich es nicht mehr genau. Ich vermute, dass ich kurz nach dem Doktorat in einer ETH-Publikation von der ETH Foundation las, sofort von diesem Konzept begeistert war und junge Talente auf ihrem Weg unterstützen wollte. Zu sehen, wie sie vom Forschungseifer gepackt werden, macht mich glücklich – und stolz auf die ETH!

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