ETH Zürich Foundation, Pure-DEL

Pure-DEL

Dr. Michelle Keller

Neuer Weg zu Wirkstoffen für schwer behandelbare Krankheiten

Viele Proteine, die bei Krankheiten eine wichtige Rolle spielen, lassen sich mit heutigen Medikamenten nicht modulieren. Besonders deutlich zeigt sich diese Herausforderung bei schwer behandelbaren Krebsarten wie Bauchspeicheldrüsen- und Darmkrebs sowie bei zahlreichen entzündlichen Erkrankungen, sodass viele Patientinnen und Patienten weiterhin keine wirksame Behandlung erhalten. Diese Proteine sind schwer zu adressieren, da sie sich häufig tief im Inneren von Zellen befinden und für Medikamente nur schwer erreichbar sind. Zudem bieten ihre räumlichen Strukturen oft kaum Ansatzpunkte, an denen herkömmliche Medikamente binden können. Diese beiden Herausforderungen stellen zusammen eine technologische Grenze in der Wirkstoffentwicklung dar.

Mit Pure-DEL haben Pioneer Fellow Michelle Keller und Kollegen eine Plattform entwickelt, um neue Medikamente für diese bislang schwer zugänglichen Krankheitsproteine zu identifizieren. Ihr Ansatz nutzt synthetische Makrozyklen: ringförmige Moleküle mit arzneimittelähnlichen Eigenschaften, die auch diese anspruchsvollen Zielproteine binden können. Pure-DEL ermöglicht es erstmals, Milliarden solcher synthetischer Makrozyklen physisch herzustellen und in einem einzigen Experiment gemeinsam zu testen. So lassen sich genau jene Strukturen identifizieren, die an ein bestimmtes Protein binden.

Im Rahmen des Pioneer Fellowships testet Michelle Keller Bibliotheken von Makrozyklen gegen krankheitsrelevante Proteine. So will sie vielversprechende Wirkstoff-Kandidaten identifizieren, ihre Wirkung prüfen und die nächsten Schritte für den Aufbau eines Biotech-Start-ups vorbereiten.