Grosse Ehre für Professor Jeremy Richardson
Der Chemiker Jeremy Richardson wird für seine herausragende Grundlagenforschung auf dem Gebiet der Theoretischen Molekularen Quantendynamik mit dem diesjährigen Rössler-Preis ausgezeichnet. Der höchstdotierte Forschungspreis der ETH Zürich wurde ihm im Rahmen des Thanks-Giving-Anlasses der ETH Foundation überreicht.
Jeremy Richardson, aus Wales stammend, interessiert sich für eine grundlegende Frage der Chemie: Warum verlaufen manche Reaktionen schnell, andere langsam? Oft hängt das davon ab, wie viel Energie eine Reaktion benötigt. Doch manchmal geht es um den Übergang zwischen zwei quantenmechanischen Zuständen eines Moleküls: je schwieriger dieser ist, desto unwahrscheinlicher wird er.
Mit seiner Forschung an der Schnittstelle von Chemie, Physik, Mathematik und Informatik gelang es ihm aufzuzeigen, dass selbst schwere Atome wie Sauerstoff in Reaktionen Abkürzungen nehmen können. Statt ein quantenmechanisches Hindernis zu überqueren, können sie es quasi untertunneln. «Wenn wir verstehen, wann und wie Moleküle Tunnelpfade nutzen, könnten wir dies gezielt nutzen, etwa, um dereinst industrielle Prozesse zu beschleunigen», so Richardson.
2016 gelang es der ETH Zürich, den vielversprechenden jungen Forscher, der damals knapp 30 Jahre alt war, als Professor zu gewinnen. Seine innovativen Methoden, die bisherige Theorien mit Experimenten und Computersimulationen kombinieren, erweitern unser Verständnis von quantendynamischen Prozessen entscheidend.
«Mit seiner Pionierarbeit in der Grundlagenforschung, seiner Passion für das Unterrichten und seinem vielseitigen Einsatz in der Wissenschaftscommunity ist Jeremy Richardson ein Professor, wie ihn sich die ETH nur wünschen kann», so ETH-Präsident Joël Mesot in seiner Laudatio.
Der Förderpreis für herausragende ETH-Professorinnen und -Professoren in der Expansionsphase ihrer Karriere wird durch eine Schenkung des ETH-Alumnus und ETH-Ehrenrats Dr. Max Rössler ermöglicht. Er wurde dieses Jahr zum 18. Mal vergeben.