ETH Zürich eröffnet Kompetenzzentrum für Erdbeobachtung

von ETH-News
20. Oktober 2026

Rund ein Jahr nach der Bekanntgabe einer grosszügigen Donation durch die Jörg-G.-Bucherer-Stiftung hat die ETH Zürich am 16. Oktober das ETH Swiss GeoLab eröffnet. Zahlreiche Gäste aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft besuchten den neuen Standort in Root bei Luzern.

ETH Zürich Foundation, ETH Zürich eröffnet Kompetenzzentrum für Erdbeobachtung
Verena Griess und Felix Seidel präsentieren dem Publikum das Swiss GeoLab.
© Daniel Winkler / ETH Zürich
Verena Griess und Felix Seidel präsentieren dem Publikum das Swiss GeoLab.
© Daniel Winkler / ETH Zürich

Am 16. Oktober 2026 eröffnete die ETH Zürich das ETH Swiss GeoLab am neuen Standort im D4 Business Village in Root bei Luzern. Dies nur ein knappes Jahr, nachdem die Hochschule bekannt gab, im Kanton Luzern ein Kompetenzzentrum für Erdbeobachtung aufbauen zu wollen. Begrüsst wurden die Gäste von ETH-Präsident Joël Mesot und dem Luzerner Regierungsrat Fabian Peter.

Präsident Mesot erinnerte in seiner Ansprache an den Bergsturz von Blatten und die Sturzflut in der Grenzregion zwischen Tibet und Nepal. Die Wissenschaft könne diese Katastrophen zwar nicht verhindern, aber dazu beitragen, sie frühzeitig zu erkennen und ihre Folgen besser zu bewältigen. «Das GeoLab soll Behörden dabei unterstützen, Veränderungen im Gebirge zu beobachten und Massnahmen einzuleiten, bevor der Mensch zu Schaden kommt», sagte Mesot.

Der Luzerner Regierungsrat Fabian Peter (FDP) hob die Bedeutung des Zentrums für den Wirtschaftsstandort Luzern hervor: «Das ETH Swiss GeoLab ist ein Leuchtturm für Forschung und Innovation im Kanton Luzern und zeigt bereits heute seine Strahlkraft.» So wurde im Juni 2026 bekannt, dass Axiom Space, ein international tätiges Raumfahrtunternehmen, eine Tochtergesellschaft in Luzern eröffnet.

Fokus auf Naturgefahren, Forst- und Landwirtschaft

Anschliessend zogen GeoLab-Direktorin Verena Griess, Professorin für das Management forstlicher Ressourcen an der ETH Zürich, und Geschäftsführer Felix Seidel Bilanz nach einem Jahr Aufbau des GeoLabs.

Neben der Standortsuche, der Rekrutierung eines Kernteams und der Vernetzung mit potenziellen Partnern aus Politik, Wirtschaft, Behörden und Wissenschaft ging es vor allem darum, aus der Vision ein konkretes Programm zu machen.

Das bedeutete zunächst die Definition von thematischen Schwerpunkten: «Das GeoLab konzentriert sich auf die Früherkennung von Naturgefahren sowie die Optimierung von Land- und Forstwirtschaft durch Satellitendaten», sagte Griess.

Eine Plattform für Geodaten

Ergänzt werden diese Schwerpunkte durch den Aufbau einer KI-basierten Plattform für Geoinformationen. Ziel ist es, Satellitenbilder, Drohnenaufnahmen, Daten von Messstationen und weitere räumliche Informationen zusammenzuführen und damit neuartige KI-Modelle für die Schweiz zu trainieren. Diese Modelle sollen für zukünftige Projekte genutzt werden und Entscheidungsträgern, Forschenden und privaten Firmen zur Verfügung stehen.

Eine zentrale Rolle spielt dabei die Zusammenarbeit mit dem Schweizer Supercomputing-Zentrum CSCS in Lugano und dem dortigen Supercomputer Alps. Bereits heute wurden rund 100 Petabyte öffentlich zugänglicher Nasa-Erdbeobachtungs- und Klimadaten ans CSCS transferiert – eine Datenmenge, die etwa 20 Millionen Kinofilmen entspricht. Diese Daten sollen für die Entwicklung der KI-Modelle genutzt werden.