Uplift - Smarter ernährt
Uplift - Smarter ernährt
Student Project House

Foodtüftlerinnen und Agripreneure ans Werk!

von Lena Serck-Hanssen
16. September 2026
ETH Zürich Foundation, Foodtüftlerinnen und Agripreneure ans Werk!
Das Studierendenprojekt MYDO Mushrooms erforscht und kultiviert Löwenmähnenpilze als hochwertige Nahrungsergänzungsmittel und als Gourmetpilze für die Küche.
© MYDO Mushrooms

Das ETH Student Project House ist eine Erfolgsgeschichte. Mit der Unterstützung von Donatoren soll dort ein zusätzliches Innovationslabor für zukunftsfähige landwirtschaftliche Technologien, Lebensmittelverfahren und Produkte entstehen: das ETH Food Lab.

Das Student Project House (SPH) der ETH Zürich bietet Studierenden Kreativräume, um nach Herzenslust zu experimentieren, Prototypen zu bauen und unternehmerisches Denken zu erlernen. Die beiden Standorte auf dem Campus Zentrum und Hönggerberg bieten in ihren Coworking- und Makerspaces rund um die Uhr Zugang zu Infrastruktur, Werkzeugen und Geräten wie 3D-Druckern und Laserschneidmaschinen. Coaches begleiten die Studierenden auf ihrer Lernreise und reflektieren mit ihnen den Prozess, zudem gibt es Workshops zu Themen wie Präsentationstechnik. Unterstützung bietet auch ein Netzwerk aus mehr als 50 Expertinnen und Experten aus Wirtschaft und Industrie, darunter Rechtsanwälte, Marketingfachpersonen oder Start-up-Gründerinnen und -Gründer, welche sich pro bono engagieren.

Ambitionierte Ziele

Das SPH erfreut sich unter den Studierenden grosser Beliebtheit. Für die Lebensmittel- und Agrardisziplinen fehlt eine spezifische Laborumgebung bisher jedoch. Das geplante ETH Food Lab schliesst diese Lücke. Es ergänzt die Werkstätten mit einem Labor auf dem neuesten Stand der Technik, welches das Herzstück einer nahtlosen Food-Innovations-Pipeline bildet: von der ersten Ideation über das technische Prototyping im Lab bis zur anschliessenden Pilotproduktion. So entstehen marktfähige Lösungen für ressourcen- und klimaschonende Ernährungssysteme. Basierend auf den herausragenden Kompetenzen an der ETH in diesem Themenfeld soll sich das ETH Food Lab zu einem global führenden Experimentierraum für Studierende entwickeln.

ETH Zürich Foundation, Foodtüftlerinnen und Agripreneure ans Werk!
Das im Student Project House entstandene Unternehmen Yasai baut vertikale Farmen für Kräuter und Blattgemüse, die auf KI und automatisierte Abläufe setzen. Die Pflanzen sind frei von Pestiziden, ressourcenschonend angebaut und legen kurze Transportwege zurück. Die Farm in Zürich beliefert über 600 Supermärkte.
© GreenState AG

Nach einer fünfjährigen Aufbauphase wird erwartet, dass das ETH Food Lab von rund 100 Projektteams pro Jahr genutzt wird. Dabei zeigt die Erfahrung: Die Studierenden, welche neben dem regulären, anspruchsvollen ETH-Studium extracurricular ein Projekt am SPH verwirklichen, gehören zu den leistungsstärksten Studierenden der Schweiz. Hinzu kommt, dass nicht wenige dieser Projekte sich zu Ausgründungen entwickeln. Jährlich entsteht knapp ein Viertel der Firmen mit Spin-off- oder Start-up-Label der ETH aus einem SPH-Projekt, im Jahr 2025 waren dies elf von total 46. Ein Ausbau des SPH kommt aufgrund der erworbenen Kompetenzen der Studierenden sowie der Firmengründungen also auch dem Wirtschaftsstandort Schweiz zugute.

In dynamisches Ökosystem eingebunden

Das akademische Umfeld an der ETH ist eng mit verschiedenen Akteuren vernetzt. Dazu gehören Unternehmen der Lebensmittelbranche und verwandter Sektoren, die Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) sowie das Swiss Food & Nutrition Valley in Kemptthal. Die EPFL in Lausanne und das Innovationsnetzwerk Swiss Food Research sind weitere wichtige Partner.

Synergien ergeben sich mit einem Food Coworkingspace in Zürich, wo sich spannende Projekte in Gastronomie und Lebensmittelproduktion angesiedelt haben. Mit diesem soll Infrastruktur geteilt werden, z.B. im Bereich Kaffeeröstung oder Brautechnologie. In Zukunft können ausgegründete Projekte des ETH Food Lab ihre Arbeit bzw. Produktion dort weiterführen, eine perfekte Anschlusslösung an die ETH.

Gemeinsam Grosses ermöglichen

Der Mittelbedarf für den angestrebten Aufbau während fünf Jahren beträgt rund CHF 2,6 Mio. Die ETH trägt mit Leistungen in Form von Räumlichkeiten und Mobiliar zum guten Gelingen bei. Schirmherr des neuen ETH Food Lab wie des gesamten SPH ist Rektor Günther Dissertori. Geleitet wird das SPH von Lucie Rejman, die an der ETH in Lebensmittelverfahrenstechnik doktoriert hat und Mitgründerin eines Start-ups im Nahrungsmittelbereich war.

Donatorinnen und Donatoren, die gemeinsam mit der ETH innovative Lösungsansätze in Themenfeldern wie pflanzenbasierte Fleischalternativen, roboter- und drohnengestützte Präzisionslandwirtschaft oder kreislauforientierte Lebensmittelsysteme fördern möchten, sind herzlich eingeladen, mit der ETH Foundation das Gespräch aufzunehmen.

 

ETH Zürich Foundation, Foodtüftlerinnen und Agripreneure ans Werk!

«Im Student Project House arbeiten Studierende unterschiedlicher Fachrichtungen gemeinsam an Projekten und stärken dabei Kompetenzen wie vernetztes Denken und soziale Fähigkeiten. Ich bin immer wieder begeistert, welche Ergebnisse daraus entstehen.»

Günther Dissertori
Rektor der ETH Zürich