In memoriam Heidi Goëss-Horten, Förderin der Wissenschaft und Kunst

16. Juni 2022

Seit Jahrzehnten unterstützt die Stiftung des deutschen Unternehmers Helmut Horten die Medizinforschung und das Schweizer Gesundheitswesen. Am Sonntag verstarb Gräfin Heidi Goëss-Horten, die seit dem Tod ihres Gatten die Geschäfte der Stiftung begleitet hatte. Eine Würdigung.

ETH Zürich Foundation, In memoriam Heidi Goëss-Horten, Förderin der Wissenschaft und Kunst
Gräfin Heidi Goëss-Horten 2017 mit dem damaligen ETH-Präsidenten Lino Guzzella.
© ETH Zürich
Gräfin Heidi Goëss-Horten 2017 mit dem damaligen ETH-Präsidenten Lino Guzzella.
© ETH Zürich

Die gebürtige Österreicherin Heidi Goëss-Horten war eine grosse Mäzenin und Kunstsammlerin. Erst Anfang Juni wurde in Wien das Privatmuseum «Heidi Horten Collection» eröffnet, welches ihre Sammlung der Öffentlichkeit zugänglich machte. Heidi Goëss-Horten hatte 1966 den deutschen Kaufhaus-Unternehmer Helmut Horten geheiratet, der 1987 verstarb. Ab 1971 war sie Vizepräsidentin des Stiftungsrates der Helmut Horten Stiftung, die unter anderem mit Zuwendungen an medizinische Forschungseinrichtungen das Gesundheitswesen fördert.

Langjährige Partnerschaft

Die ETH Zürich verbindet eine langjährige und fruchtbare Partnerschaft mit der Helmut Horten Stiftung. So ermöglichte die im Tessin beheimatete Stiftung 2017 mit einer Donation an die ETH Foundation, dass die Immunologin Federica Sallusto in Zürich ein neues Labor aufbauen und die Humane Immunologie in die Lehre einbringen konnte. Gleichzeitig konnte sie ihre Forschungsgruppe in Bellinzona weiterführen und so die erfolgreiche Zusammenarbeit der ETH mit dem Institute for Research in Biomedicine (IRB) in Bellinzona verstärken. Früher hatte die Stiftung bereits die ETH-Professur Humane Immunologie von Antonio Lanzavecchia gefördert. Dank dem grosszügigen Engagement konnte die ETH Zürich auch eine neue Assistenzprofessur für Mikrobiomforschung schaffen. Diese wurde mit Shinichi Sunagawa besetzt. Damit konnte die ETH ihre internationale Spitzenposition im Bereich der Life Sciences und der personalisierten Medizin wesentlich stärken.

Zu den durch die Helmut Horten Stiftung geförderten Forschenden zählt auch Pedro Beltrao, der an der ETH die Professur für Rechnergestützte Systembiologie innehat. Gräfin Heidi Goëss-Horten hat insbesondere The LOOP Zurich stark unterstützt: Das Forschungszentrum vereint die biomedizinische Grundlagenforschung und Bioinformatik der ETH und der Universität Zürich mit der klinischen Forschung von vier universitären Spitälern.

Jubiläumsprojekt zu Präzisionsmedizin

2021 feierte die Stiftung ihr 50-jähriges Bestehen mit einer feierlichen Jubiläumsveranstaltung an der ETH Zürich, wobei die bemerkenswerte Zusammenarbeit zwischen der Helmut Horten Stiftung, der Universität Zürich, dem Universitätsspital Zürich, der ETH Zürich und dem Institut für Biomedizinische Forschung im Mittelpunkt stand. Es wurde deutlich, dass die jahrelange Förderung einen eigentlichen «Immunologie-Hub» Zürich-Bellinzona ermöglichte. Bei der Preisverleihung im nach dem Stifter Helmut Horten benannten Hörsaal wurde im Rahmen des Jubiläums ein Forschungsprojekt im Bereich der Präzisionsmedizin gekürt, das in Zusammenarbeit mit The LOOP Zurich durchgeführt wird.

Für ihr grosses Engagement für die Medizinforschung und ihre Verbundenheit mit der ETH Zürich danken wir Heidi Goëss-Horten.

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Helmut Horten und die Art und Weise, wie er während dem Nazi-Regime zu seinem Vermögen gekommen ist, werden immer wieder kritisch hinterfragt. Die Helmut Horten Stiftung hat dazu ein wissenschaftliches Gutachten veröffentlicht, welches selbst wiederum umstritten ist. Zum Gutachten

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